Kernel 2.6 für Debian 3.1 Sarge kompilieren (auf „Debian-Art“)

Nachdem wir bereits im ersten Teil des Tutorials alle Vorarbeiten zum Kernelbau geleistet haben, können wir ihn nun konfigurieren und kompilieren.
Wir wechseln in das Kernel-Verzeichnis:

cd /usr/src/linux/

Und räumen dort erst mal auf (Mr Proper 😉 ) (Dies sollte auch gemacht werden, wenn man bereits kompiliert hatte und man den Vorgang auf sauberer Basis nochmals durchführen möchte)

make mrproper

Jetzt kommt ein wichtiger Schritt, das Einfügen der alten Kernel-Config in das Verzeichnis. Damit wir nicht alle Optionen für einen neuen Kernel nochmals manuell setzen müssen, können wir die alte Config verwenden. Diese findet man normalerweise unter /boot/
Bei mir heisst der Befehl dann:

cp /boot/config-2.6.15 .config

Nun startet man das Configurationsprogramm für den Kernel(wobei die alte Config berücksichtigt wird):

make menuconfig

Meine persönliche Erfahrung: So wenig wie nötig in den Kernel einbauen, jedoch so viel wie nötig. SCSI braucht man nicht einkompilieren, wenn man kein SCSI nutzt. Auch nicht als Modul. ACHTUNG SATA = SCSI, wer also S-ATA Festplatten hat, muss SCSI einschalten.Ich habe bei mir alles, was ich brauchte, fest einkompiliert, und Module abgeschalten.

Wenn alle Einstellungen getroffen sind, dann gibt man nicht den Vorschlag den der Kernel macht, ein, sondern den folgenden Befehl:

make-kpkg kernel_image --revision uli.0

Wobei das letzte „uli.0“ nur zur unterscheidung zwischen verschiedenen Kernel-Versionen dient. Das wird später dem Debian-Paket angefügt und man hat dann den besseren Ãœberblick über verschiedene Kompilierungsversuche. Je nachdem wie schnell der Rechner ist, kann das eine Weile dauern. Bei mir dauerts auf einem AMD2500+ ca 20 Minuten, auf einem AMD3000+ ca 15 Minuten.

Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, dann findet man den neuen Kernel in /usr/src, wohin wir nun wechseln und den Kernel anschließend installieren:

cd /usr/src/
dpkg -i kernel-image-2.6.16.16_uli.0_i386.deb

Wenn dies erfolgreich verlaufen ist, dann ist nun der Kernel eingebaut. Nach einem Reboot ist der Kernel dann auch aktiv, was man mit:

uname -r

überprüfen kann.

Normalerweise wird der Bootloader auch direkt konfiguriert, sodass man rein theoretisch nichts mehr machen müssen, sofern man direkten Rechnerzugang hat. Denn wenn der Rechner nicht hochkommen sollte, kann man ja bei physikalischen Zugriff den alten Kernel im Bootloader wieder auswählen. Wenn man jedoch so wie ich nur Serverkernel austauscht, sollte man ein paar arbeiten am Bootloader mehr vornehmen, was im dritten Teil des Tutorials erklärt wird.

Veröffentlicht von

Uli

IT-Nerd und Admin

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