Review und Test des OYO von Thalia – eReader-Alternative zum Kindle3?

Soeben habe ich meinen Thalia OYO abgeholt, einen sogenannten eReader, der ein buchähnliches Lesen von digitalen Inhalten ermöglicht. Das wird durch ein 6″ E-Paper-Display von SiPix ermöglicht, welches dank kapazitivem Touchscreen sogar auf Benutzeingaben (z.B. Umblättern mittels wischen) reagieren kann. Neben der Eingabe über den Bildschirm ist es auch möglich über die seitlichen Tasten am Gerät zu navigieren.
Oyo E-Book Reader 468x60

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Preis
Mit 139€ liegt das Gerät beim momentanen Dollar-Preis mit dem Kindle 3 (139$+Steuern und Versand) ziemlich gleich auf und muss daher sich auch einen Vergleich mit diesem gefallen lassen. Als Zubehör sind derzeit eine Neoprentasche (in Rosa, Schwarz und Lila) und eine feste, lackierte Kartonhülle erhältlich. Taschen mit eingebautem Licht, wie für den Kindle 3 erhältlich, fehlen noch, jedoch gibt es auch hier Abhilfe indem man einfach ein Buchlicht verwendet. Dieses wird dann einfach an die Kartonhülle geklemmt und schon hat man wieder ein Leselicht. Gibt es übrigens auch oft als Werbegeschenke 🙂

Display
Sicherlich wird sich der ein oder andere Fragen, wozu man das Leselicht eigentlich braucht. Das 6 Zoll (152 mm) Display des OYO ist im Gegensatz zu bekannten Anzeigen auf Basis von LCD ein ePaper-Display der Firma SiPix. Dieses zeigt dank des bistabilen Zustands ohne Erhaltungsspannung immer das zuletzt angezeigte Bild an (Die genaue Beschreibung der Technologie findet sich auf den Seiten von Sipix). Damit geht einher, dass das Display von sich aus nicht leuchtet, d.h. es tatsächlich wie ein Buch wirkt und von aussen wie ein solches beleuchtet werden muss. Daher die Leselampe 😉
Das Display zeigt auf 800*600 Pixel 16 Graustufen an, was für Bücher zumeist ausreichend sein sollte und mit den technischen Daten des Kindle 3 übereinstimmt.
Auf dem Display ist zusätzlich der kapazitive Touchscreen aufgebracht, der zur Steuerung des Systems dient. Tastatureingaben werden auch bei schnellerer Eingabe komplett angenommen, allerdings nimmt sich das System kurz einen Moment Verschnaufpause um die Eingaben auch auf den Display anzuzeigen.

Speicher
Der OYO ist von Werk aus mit 2GB Speicher versehen, die per MicroSD-Karte auf bis zu 32GB erweitert werden können. Da kann das Gerät gegenüber dem Kindle ganz klar punkten, dieser hat maximal 4GB Speicher.

Formate
Die eBooks können auf dem OYO als TXT, ePub, PDF oder HTML Dokumente abgelegt und angezeigt werden, Bilder werden in Graustufen aus den Formaten JPEG, PNG und BMP gelesen. Der integrierte MP3-Player spielt aus dem MP3-Format Lieder und Hörbücher ab. Auch hier punktet der OYO gegenüber dem Kindle, dieser ist bei den Formaten wesentlich wählerischer.

Verbindung
Die Verbindungsmöglichkeiten des OYO zur Aussenwelt beschränken sich auf einen MicroUSB-Anschluss (über den man mit dem PC den OYO befüllen kann) und einen WLAN-Adapter mit dem das Gerät den Kontakt zur Aussenwelt aufnimmt. Leider ist derzeit keine 3G-Version verfügbar, Thalia möchte diesen aber bis Ende des Jahres nachliefern. Die WLAN-Version ist mit dem Kindle gleichauf, eine UMTS-Version ist beim Kindle jedoch schon verfügbar. Letztere ist bei Amazon sogar mit einer Flat ausgestattet, sodass man in den meisten Ländern der Welt drahtlos Bücher kaufen kann. Zudem ist die Verwaltung des Kindle per Webseite möglich, was der Thalia OYO leider (noch?) nicht bietet. Ein kleiner Vermutstropfen bei der Einrichtung: Das WLAN-Passwort wird im Klartext bei der Eingabe angezeigt.

Shop
Nach einmaliger Verifizierung am Hotspot kann man zum eBook-Store von Thalia Verbindung aufnehmen lassen. Übrigens kann man auch in den Thalia-Filialen kostenlos das WLAN nutzen, was ich sehr witzig finde. So will man wohl nach dem Kauf die Leute trotzdem in den Laden holen 😉 Der Shop bietet Empfehlungen, Bestseller und Suchfunktionen. Zuvor muss man sich jedoch dort anmelden, ich empfehle sich vorher einen Thalia-Account online anzulegen und sich direkt auf dem OYO einzuloggen. Der Umfang des Shopangebots ist laut Thalia „mehrere hunderttausend“ Bücher und wird stetig erweitert. Leider ist keine Public-Domain-Literatur darunter, diese muss dann über den USB-Anschluss geladen werden. Kauft man ein Buch regulär am Rechner, muss man sich Adobe Digital Editions installieren und kann dann die Bücher auf den OYO transferieren.

MP3-Player
Schön ist, dass sich der OYO nicht nur auf die normalen Bücher beschränkt, sondern auch das Abspielen von MP3s erlaubt. Das ermöglicht es beispielsweise ins Fitnesstudio das neueste Buch und die motivierende Musik auf einem Gerät mitzunehmen oder mal die Augen zu entspannen und bspw. ein Fantasy Hörbuch zu hören, das man sich voher heruntergeladen hat. Angeschlossen
wird der Kopfhörer übrigens per 3,5mm Klinke.
Der MP3-Player ließ keine der von mir gewünschten Funktionen missen, es konnten verschiedene Lieder ausgewählt und abgespielt werden. Auch die Shuffle-Funktion, einmaliges oder mehrmaliges wiederholen ist vorhanden. Die Lautstärke ist jedoch nur in 5 Stufen regelbar, hier wäre etwas mehr Detail durchaus wünschenswert. Wenn man ein Buch liest, kann der MP3-Player nicht gleichzeitig bedient werden, hier ist ein Wechsel nötig.

Abmessungen
Mit den Abmessungen 154 mm*124 mm*11 mm (H*B*T) und einem Gewicht von 240g ist der OYO etwas kleiner als der Kindle 3, jedoch ziemlich genauso schwer. Die kleineren Abmessungen des OYO sind der Tatsache zu schulden, dass dieser keine Tastatur unter dem Display hat.

Lieferumfang
Im Lieferumfang des OYO befindet sich das Gerät selbst (wär auch doof wenn nicht :P), ein Ladegerät (Adapter von 220V auf USB-Buchse), ein USB Kabel und eine Kurzanleitung inkl. Garantiekarte.

Habt ihr Fragen?

Veröffentlicht von

Uli

IT-Nerd und Admin

7 Gedanken zu „Review und Test des OYO von Thalia – eReader-Alternative zum Kindle3?“

  1. Wie lange benötigt der oyo zur Darstellung von gewöhnlichen PDFs ohne Bilder?

    Was für mich persönlich sehr wichtig ist: Wie verhält der oyo sich bei der Aneige reiner Bilder? Lassen sich mehrere Bilder in Ordnern gruppieren? Wie lange dauert der Wechsel zwischen Bildern? Ist der Invertiereffekt beim Wechsel erträglich?

    1. Hallo Ishbane,

      hast du ein beispiel eines PDF’s? Ich habe heute bemerkt, dass verschiedene PDF’s auch sehr unterschiedliche Umblätterzeiten hervorriefen.

      Anzeige von Bildern klappt gut, auch mit Unterordnern. Allerdings klappt es manchmal bei großen Bildern nicht, dass bei einer Diashow die voreingestellten 3 Sekunden eingehalten werden können. Slideshows lassen sich mit Musik untermalen. Natürlich intervertierts einen Moment, ich fand es nicht störend, allerdings würde ich das Gerät auch nicht zum Anschauen von Bildern verwenden, da meine Bilder mehr Farben als 16 Graustufen haben 😉

  2. Tja, meine Bilder sind s/w. 🙂
    Genau genommen geht es mir um die Darstellung von Manga. Werden die Bilder denn an die Größe angepasst und sieht das annehmbar aus (d.h. nicht zu verstümmelt)?

    Typisches Bild (groß)
    Typisches Bild (klein)

    Typische PDF

    Wobei ich hauptsächlich reine Text-PDFs ohne besondere Formatierung lesen werden (sog. „Bücher“).

    Edit by Uli: Links korrigiert

    1. Hi,

      hatte dich nicht vergessen. Die Bilder werden zwar dargestellt, jedoch habe ich nicht das zoomen oder ähnliches probiert. Es wird aber komplett auf dem Bildschirm angezeigt.

      Das verlinkte PDF hat sich zügig umblättern lassen und ließ sich auch gut lesen.

      Viele Grüße,
      Uli

  3. Eine Frage! Wie kauft man sich Bücher mit dem Gerät?
    Also man lädt sich irgendetwas von Adobe runter, aber wie bezahlt man das?
    Per Kreditkarte?? Oder gibt es da wie bei iTunes auch irgendwie
    Guthabenkarten??

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