GPS-Tagging / Geotagging für die Digitalkamera / DSLR

Auf meiner Stadtbesichtigung von Stockholm habe ich den ganzen Tag meine Route mittels GPS aufgenommen und konnte so abends nachvollziehen wo ich herumgelaufen bin. Diese Route konnte ich dann in Google Earth, Microsofts Virtual Earth oder vergleichbare Software einbinden und so schön meinen Weg durch die Stadt nachvollziehen.
Genial an der Geschichte ist, dass die GPS-Daten auch zum Zuordnen von Photos geeignet sind. Dieses sogenannte „GPS-Tagging“ oder „Geotagging“ kann mittels verschiedener Tools durchgeführt werden, die ich kurz vorstellen möchte.

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Wie werden die GPS-Daten erstellt?
Zum einen kann dies über dedizierte GPS-Tracker geschehen, zum anderen über Programme auf einem Smartphone.
Für Windows Mobile gibt es das Programm TrackMe, welches genau diese Funktion erfüllt. Dankbarerweise kann dieses Programm die Daten entweder online hochladen oder offline zwischenspeichern. Der Datenupload kann dann beispielsweise über ein WLAN oder eine UMTS-Verbindung erfolgen. Serverseitig fehlt aber der Exporter für GPX-Daten, diesen habe ich im Quellcode hinzugefügt.
Für Symbian gibt es ein Programm namens Nokia SportsTracker, welches genau diese Funktion erfüllt. Export ist in die Formate GPX, KML und CSV möglich.

Wie werden die GPS-Daten in den Bildern abgelegt?
Jede moderne Digitalkamera legt mehr oder weniger Daten in den sogenannten Exif-Daten (Exchangeable Image File Format) eines Bildes ab. Dazu gehören Datum und Uhrzeit der Aufnahme, Zoom und Blendeneinstellungen, Auslösedauer, Weißabgleich und viele andere Daten. Bei meiner Sony DSLR α200 wird beispielsweise zusätzlich die Ausrichtung (horizontal/vertikal) der Kamera mitgespeichert, was hinterher das Drehen der Bilder extrem vereinfacht.
In den zusätzlichen IPTC-Daten (International Press Telecommunications Council) können weitere nützliche Informationen wie beispielsweise Kommentare, Copyright und Künstlerinformationen sowie Standort-Daten abgelegt werden.
Mittels verschiedener Tools kann man die GPS-Koordinaten in die Exif-Daten und den Namen des Standort (berechnet über die GPS-Daten) in die IPTC-Daten eintragen lassen.

Wie kommen die Daten in die Bilder?
Dafür gibt es mehrere Tools, ich führe hier beispielhaft ein paar auf:

  • GeoSetter
    Programmiert von Friedemann Schmidt kann man über dieses Tool zum einen mittels Logdatein im NMEA, GPX oder PLT-Format die GPS-Daten in die verschiedensten Bilderformate laden. Zum anderen bietet dieses Tool die Möglichkeit über eine eingeblendete Google-Maps-Karte die Bilder zu taggen, wenn keine Logs zur Verfügung stehen oder man die ganze Zeit an einem Punkt photographiert hat.
  • Microsoft Pro Photo
    Ein Programm von einem großen Hersteller, das aber nur gerade so mit GeoSetter mithalten kann. Über NMEA-Logs kann man die Bilder taggen. Unter Umständen muss man einen Konverter für bestimmte Tracker, die nur in GPX oder ähnlichem aufzeichnen, suchen. Rohdatenformate können über zusätzliche Plugins getaggt werden.
  • Google Picasa & Earth
    Ebenfalls von einer großen Firma erstellt. In Picasa kann man über „Tools“->“Geotag“->“Geotag mit Google Earth“ ein oder mehrere Bilder mit GPS-Koordinaten versehen lassen. Diese kann man dann über „Tools“->“Geotag“->“In Google Earth anzeigen“ wieder in der Karte betrachten
  • Adobe Lightroom 2 in Verbindung mit Jeffrey’s „GPS-Support“ Geoencoding Plugin
    Dieses Plugin liest die GPS-Daten im GPX-Format aus und kann diese den Bildern entsprechend zuweisen. Wahlweise kann eine Location festgelegt werden.

Das beste Programm ist immer noch GeoSetter, da es die meisten Funktionen und Formate unterstützt.

Ein Hinweis zu den erforderlichen GPX-Dateien: Das Format sollte etwa so aussehen, um gut unterstützt zu werden:
GPX-Log zeigen ▼

Veröffentlicht von

Uli

IT-Nerd und Admin

4 Gedanken zu „GPS-Tagging / Geotagging für die Digitalkamera / DSLR“

  1. Ich benutze auch gerne den Panorado Flyer, weil er die Koordinaten aus Google Earth abgreifen kann, inklusive 3D-Infos wie Blickrichtung und Betrachtungswinkel der Aufnahme.

    Und wenn die GPS-Daten dann in den Bildern drin sind, hilft ein Tool wie der CDWinder weiter, um da Ordnung reinzubringen, und zum Beispiel alle Bilder zu finden, die ich jemals an einer Stelle aufgenommen habe. Ich find das cool !

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